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HIV / AIDS in Südafrika 

Etwa 20% (5 Millionen Menschen) der Bevölkerung von Südafrika sind mit dem tödlichen Virus HIV infiziert. Und es sterben täglich 600 Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit AIDS. Südafrika liegt somit auf Platz 5 der Länder mit den meisten HIV Infizierten. Am schlimmsten ist die Prävalenz in dem benachbarten Swasiland, dort sind etwa 38,8% der Bevölkerung infiziert. Gefolgt von Botswana (37,3%), Lesotho (28,9%) und Simbabwe (24,6%). Am schlimmsten ist es in der Provinz  KwaZulu/Natal, hier sind nach Schätzungen etwa 33% der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert. In keinem anderen Land erfolgt die Ausbreitung des Virus' so schnell, täglich infizieren sich 1700 Menschen neu mit HIV. Am trauigsten sind die Folgen der Krankheit für Kinder, es leben etwa 14 Millionen AIDS-Waisenkinder in Südafrika. Zusätzlich gibt es keine Waisenhäuser, in denen die Kinder nach dem Tod der Eltern versorgt werden könnten. Nein – sie sind auf andere Familienmitglieder und Bekannnte angewiesen. Und bei der geringen Lebenserwartung im Land, ist die Frage ob überhaupt noch jemand da ist. Somit ist ihr Leben geprägt von Armut, schlechter und unzureichender Ernährung, schlechte gesundheitliche Versorgung und die Chance in die (Jugend)Kriminalität hineinzugeraten ist sehr hoch. Die Lebenserwartung in Südafrika beträgt bei Frauen 49 Jahre und bei Männern 47 Jahre. Im Vergleich zu Deutschland leben hier die Frauen Durchschnittlich 82 und die Männer 76 Jahre.
 
Mögliche Ursachen
Als erstes und größte Ursache für den hohen Anteil an HIV-Infizierten in Südafrika ist wohl das Vertuschen und das schlechte Aufklärungssystem zu nennen. Als vor gut 27 Jahren die Krankheit AIDS erfasst wurde, wurde auch direkt in den europäischen Ländern und in den USA mit der Aufklärung über Übertragung und Prävention begonnen. Währenddessen konnte sich in den Entwicklungsländern das Virus ungehindert verbreiten. Das Thema AIDS wird hier unter den Teppich gekehrt und gilt bis heute noch als ein Tabuthema. Dies hat zur Folge, sollte man überhaupt über die Krankheit bescheid wissen, dass die Betroffenen nicht zu ihrer Krankheit stehen können und in der Öffentlichkeit Diskrimminierung und soziale Unakzeptanz erfahren müssen. D. h. die Bereitschaft sich überhaupt einem AIDS-Test zu unterziehen ist nicht gerade sehr hoch. Und durch die Unwissenheit wird das Virus immer weiter verbreitet.
Ein weiteres wichtiges Thema in diesem Zusammenhang, sind die fehlenden Gelder. Südafrika zählt zu einem der ärmsten Länder auf der Welt. Ein Großteil der Bevölkerung lebt, auch nach der Apartheit, noch in Blechhütten ohne Strom und Wasser. Unter den miserabelen hygienischen Bedingungen, die schlechte Versorgung mit Medikamenten und der zusätzlichen Ausgrenzung und Diskriminierung von der Bevölkerung, haben die HIV Infizierten zu kämpfen.
Auch die Politik spielt hier eine wichtige Rollte. Unter der Regierung von Thabo Mbeki wurde das Thema jahrelang todgeschwiegen und verdrängt. Das Problem mit der Krankheit wurde verleugnet. Auch die Wirkung der antiretroviraler Medikamente wurden seitens der Regierung in Frage gestellt. Man wurde dazu aufgerufen sich gesund und vitaminreich zu ernähren, um keine Infizierung zu bekommen. Auch das Duschen nach dem Geschlechtverkehr sei eine Vorbeugung. Die Ex-Gesunheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang gab die kuriose Äußerung bekannt, dass man durch das Essen von Knoblauch gegen AIDS ankämpfen könne. Erst durch Druck von Außen wurde versucht das Thema in Angriff zu nehmen und Bekämpfungspläne wurden entwickelt. Die neue Gesundheitsministerin von Südafrika Barbara Hogan hat sich jetzt dazu geäußert, dass die Regierung in den letzten Jahren auf diesem Thema versagt hätte. Sie fordert dringend auf eine Entwicklung eines Impfstoffes für HIV.
Die größte Risikogruppe in Südafrika sind Frauen und speziell auch junge Frauen. Der schlechte soziale Status der Frau ist häufig auch ein Grund für die rasche Ausbreitung des Erregers. Nicht selten werden Frauen unter Gewalteinfluss zu sexuellen Aktivitäten gezwungen. Sie leben in einer Männerdomäne und das Leben einer Frau ist oft nicht viel wert. Das Verlangen nach einem Kondom und somit zur Ausübung von Safer Sex seites der Frau ist undenkbar. In der weiblichen Person wird häufig nur die Fruchtbarkeit gesehen.   
Auch der frühe sexuelle Kontakt ist eine weitere Ursache für die hohen Zahlen. Durchschnittliche hat hier jeder Mann mit 16,4 Jahren zum ersten Mal Sex, bei den Frauen ist es mit 17 Jahren. Der Volksmund in Südafrika verbreitet den Glauben, dass man durch den Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau, seine eigene HIV-Infizierung bekämfen könne. Dadruch sind gerade junge Frauen und Mädchen von sexueller Gewalt betroffen und müssen auch oft Vergewaltigungen über sich ergehen lassen. Einige Traditionen und Rituale in Südafrika sind ebenso verantwortlich für die steigenden Zahlen. Viele Männer leben hier in einer Polygamie und haben öfters wechselende Geschlechtspartnerinen, wodurch das Virus an viele Frauen weiter getragen werden kann. Ein weiteres Ritual ist es, dass eine Frau nach dem Tod ihres Mannes von einem seiner Brüder oder Cousin geheiratet wird.  
Durch die schlechte medizinische Versorgung in Südafrika stecken sich auch viele der ungeborenen Kinder an ihren HIV-Infizierten Müttern an. Durch eine richtige medizinische Betreuung könnte dieses Risiko einer Infizierung auf 2% gesenkt werden. Somit könnte jährlich das Leben von 60 000 Babies gerettet werden. Ein Drittel der schwangeren Frauen ist mit dem tödlichen Virus infiziert. Und sie sterben zu 60%, bevor ihr Kind das 2 Lebensjahr erreicht hat.
 
Das Leben mit der Diagnose HIV-positiv in Südafrika
Durch die Tabuisierung des Themas HIV und AIDS ist für viele Betroffene die Diagnose HIV-Positiv gleich einem Todesurteil. Sie können in der Öffentlichkeit nicht über ihre Krankheit sprechen und werden dazu gewungen es für sich zu behalten. Man hat Angst sozial ausgeschlossen zu werden und öffentliche Diskriminierung zu erfahren. Auch mit Schuldgefühlen ihren Partnern gegenüber haben die Betroffenen zu kämpfen. Desweiteren machen sich Verlustängste gerade bei Frauen frei. Sie müssen damit rechnen, dass sie von ihrem Ehemann nun verlassen werden und sie mit ihrer HIV-Positv Diagnose selbst klar kommen müssen. Der Zugang zu verschiedenen Organisationen oder den antiretroviraler Medikamte ist immer noch schwer für viele HIV-Infizierte.

 

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